
Wieviele Generationen an Zähneknirschen-Betroffenen müssen wohl noch von der Aufbissschiene geärgert werden?
Was tut eine Aufbissschiene?
Mir wurde die Aufbissschiene immer als Wundermittel gegen Zähneknirschen verkauft. Mit etwas Abstand und rational betrachtet ist das für mich blanker Unsinn.
Das Knirschen selbst ist ja keine Krankheit. Das Knirschen hat ja eine Ursache und das Knirschen ist ein Symptom dieser Ursache. Gegen diese Ursache hilft die Aufbissschiene sicherlich nicht.
Gegen die Auswirkungen des Zähneknirschens:
- verstärkte Abnutzung der Zähne bis hin zu Rissen
- punktuelle Überlastung des Zahnfleisch
hilft die Aufbissschiene bzw. bringt Linderung.
D.h. die Schiene verteilt den Druck schön gleichmäßig auf den Zähnen und schützt die Zähne vor Abrieb.
Statt der Zähne wird eben die Schiene verschleißt. Das ist ein positiver Aspekt der Aufbisschiene.
Ok. Das ist DER positive Aspekt der Schiene.
Was tut die Aufbissschiene NICHT?
Auf jeden Fall heilt die Schiene nicht das Zähneknirschen.
Ich hatte eine zeitlang eine “extra-dicke” Schiene. Sie sollte Verhindern, dass der Kiefer überhaupt mit voller Kraft schließen kann. Damit wurde wirkungsvoll das Knirschen komplett unterbunden.
Schade nur, dass ich davon Krämpfe bekam. Man hätte mir locker einen Basketball in den Mund werfen können ![]()
Fazit
Wenn du unter Zähneknirschen leidest, ist es wichtig abzuklären inwieweit organische Ursachen vorliegen.
Z.B. kann es durch Zahn- oder Kieferfehlstellung zum Knirschen kommen. Sollten keine organischen Ursachen festgestellt werden, dann hilft auch die Schiene nicht. Sie lindert nur die Auswirkungen des Knirschens (weitere Ursachen des Bruxismus).
Diese Hilfe bietet aber auch schon jeder billige Zahnschutz, der z.B. für Sportler verkauft wird.
Eine für mich gefährliche Nebenwirkung der Aufbissschiene ist:
das beruhigte Gewissen.
Ich hatte immer das Gefühl, ich hätte mit der Schiene etwas gegen das Zähneknirschen unternommen.
Darüber solltest du mal genau nachdenken!
- Hast du eine Schiene? Wie sind deine Erfahrungen damit?
- Hast du es mal mit einer günstigen “Sportler”-Zahnschutz-Schiene probiert?
- Wie gut hat es funktioniert?
Ich freue mich auf deinen Kommentar!




8 Kommentare
Hi,
Ich nutze auch eine Schiene, welche ich vor rund zwei Jahren bekommen habe. Der Grund war die starke Abnutzung der Zähne, was ich selbst garnicht wahrgenommen habe. Meine Ärztin meinte nur das es kritisch wird weil meine Zähne bereits glasig sind und teilweise tiefe Fugen haben und teilweise Ecken abgebrochen sind.
Da hat sie mir eine Schiene angefertigt. Lustiger weise hatte meine Freundin darauf erzählt das ich nachts wohl recht laut knirsche und es nervt
Bisher dachte ich ehrlich gesagt auch, dass dieses knirschen damit gelöst sei, da ich keine anderen Infos bekommen habe.
Jetzt habe ich seit einigen Wochen einen starken Tinitus in beiden Ohren und habe so ziemlich alles probiert. Heute habe ich per Zufall erfahren, dass durch falsche Kieferstellung und knirschen der Tinitus ausgelöst werden kann und bin auf diesen Blog gestoßen. Dabei habe ich viele der Sympthome bei mir wiederkannt, die einzeln betrachtet nie gelöst wurden, egal mit welchem Versuch. Wer denkt schon bei Rückenschmerzen oder Tinitus an den Kiefer?
Jetzt werde ich mir mal einen guten Zahnarzt suchen und versuchen die Probleme von dieser Seite aus anzugehen.
Hallo Mike,
schön, dass du mich gefunden hast.
Und danke für deinen ausführlichen Kommentar.
Ja, das Zähneknirschen bekommt man häufig erst sehr spät mit. Und mit der Schiene bist du natürlich nur “halb” bedient.
Bei “klarer” Überlegung ist es ganz logisch, dass die Schiene vornehmlich die Zähne schützt. Das ist auch gut so.
Alle anderen Probleme, die durch das Zähneknirschen entstehen (Tinnitus, Rückenschmerzen, …) und das Zähneknirschen selbst behebt die Schiene nicht.
Um dein Knirschen ursächlich zu beheben ist auch ein guter Zahnarzt wahrscheinlich der falsche Ansprechpartner.
Da Zähneknirschen hauptsächlich eine Auswirkung von unverarbeitetem Druck oder Stress ist, musst Du an dieser Stelle ansetzen.
(Die organische Ursache – also Kieferfehlstellung – ist eher selten, solltest Du aber trotzdem abklären lassen)
Ich schreibe meine Erfahrung und mein Programm zum “Lösen” des Zähneknirschens zusammen und werde an dieser Stelle in der nächsten Zeit mein zu diesem Thema eBook ankündigen.
Am besten gleich auf den Email-Verteiler setzen (rechts auf der Seite ist ein Formular zum Eintragen), dann verpasst Du nichts.
Ich wünsche Dir viel Erfolg beim Zahnarzt-Besuch (hoffentlich erwischst du wirklich einen Guten) und eine Linderung Deiner “Nebeneffekte”
Christine
Hi du, ich habe starke Probleme aufgrund einer Kiefergelenkserkrankung, habe nun meine erste Aufbissschiene durch gebissen
bekomme nun einen sogenannten Aufbisstisch, da die ersste Schiene mir null gebracht hat. Habe ziemlich Beschwerden wie Kieferschmerzen, Ohrenschmerzen, Tinnitus, starker Schwindel (der mittlerweile mein komplettes Leben beeinflusst) und natürlich Nackenbeschwerden. War bei jedem Arzt den man sich vorstellen kann, da ich es nicht glauben wollte das wirklich all diese symptome an diesen blöden Geknirsche liegt, aber es ist wohl leider so. Hast du Tipps was ich dagegen machen kann außer Physiotherapie, Muskelrelaxans und diese Schiene??? Meinst du Antidepressiva würden helfen das knirschen zu unterdrücken?
Liebe Grüße
Lena
Hallo Lena,
danke für Deinen Kommentar. Tut mir leid zu hören wie schlimm es ist. Ärztliche Ratschläge kann (und darf) ich Dir leider nicht geben.
Wichtig ist die Ursache des Knirschens zu finden. Da Du bereits bei vielen Ärzten warst, gehe ich davon aus, dass eine “organische” Ursache (also Kieferfehlstellung, etc.) nicht vorliegt.
Damit bleiben die “schwierigeren” Ursachen übrig: Unterdrückter Stress oder “beherrschte” Emotionen. Schluckst du tagsüber zu viel Ärger? Lässt Du deine Gefühle nicht raus?
Mach Dir nichts vor: der Ärger und der Stress sinkt ab ins Unterbewusstsein und das wehrt sich dann des Nachts.
Ich wiederhole mich da jetzt ein wenig, aber es ist mir auch wichtig. Ich schreibe “mein” Programm dazu gerade in einem Ebook zusammen. Allerdings ist es schwierig alles einfach und nachvollziehbar zu strukturieren und aufzuschreiben (schließlich habe ich auch viel rumprobiert und eine Menge an Ansätzen haben nicht funktioniert).
Wenn Du Bescheid bekommen möchtest, wenn das Buch fertig ist, trage Dich einfach auf der Newsletter-Liste ein (rechts oben ist ein Registrierungsformular).
Ich hoffe, Du findest einen Weg Dir diesen unbewussten Druck bewusst zu machen.
Christine
Hallo liebe Leidensgenossen,
ich trage nun seit fünf Jahren ein großes Leiden mit mir her. Ich bin 23 Jahre, männlich, studiere derzeitig und befinde mich nebenbei in der Selbstständigkeit.
Mit 17-18 Jahren fing das lästige Knacken erst rechts an, mit 20 Jahren war es nun auf beiden Seiten zu hören. Seit dem ich 21 Jahre bin, wurde es extrem. Mein Mund lässt sich absolut nicht mehr öffnen, ohne das es auf beiden Seiten stark knackt. Wenn ich esse, können alle das knacken hören. Also wirklich sehr laut.
Bis zu diesem Zeitpunkt, verlief alles ohne schmerzen.
Seit ca. 6 Monaten jedoch, habe ich morgens und mittags meistens, sehr starke schmerzen beim kauen. Teilweise ist es mir nicht möglich, zu kauen. Das reicht bis ins Ohr hin und sogar meinem Nacken. Morgens wache ich total verbissen auf. Ich merke auch, dass es mittlerweile mir sehr an die Psyche geht, ja sogar teilweise wie Warnvorstellungen habe. Mein Kiefer ist unter ständiger Belastung. In jedem Moment, wenn ich daran denke, mein Kiefer zu entlasten, lässt die Verkrampfung in diesem moment nach. Kaum zwei Minuten woanders hingedacht, schon merke ich, dass mein Kiefer wieder starr ist und ich darauf beiße.
Es ist tatsächlich so, dass ich knirsche (Bruxismus) Nicht nur Nachts, sondern auch über Tags erwische ich mich ständig dabei, wie ich fest die Zähne zu beiße.
Mir wurden in den letzten Jahren keine Zähne gezogen, als das es daran liegen könnte.
Ich war bisher der Meinung, dass es am kräftigen zubeißen (durch Stress verursacht) liegt und ich daher diese Beschwerden habe.
Heute war ich bei einer der besten Kieferchirurgen in Augsburg.
Als letzte Möglichkeit, wurde mir gesagt, zwei Jahre eine Schiene tragen zu müssen, davon eine Schiene ein Jahr lang täglich, sprich fest und 24 Stunden am Tag. (Knirscherschiene) inkl. Zahnspange. Dies alles am Unterkiefer. Nach dieser Kieferorthopädischen Behandlung von zwei Jahren, muss nun mein Oberkiefer operatief nach vorne versetzt werden. Ganz genau. So ich es schreibe. Mir würde man komplett den Oberkiefer samt Zähne und Gaumen operativ von meinem Schädel sogesehen an den Wangenknochen abtrennten und nach vorne vesetzen lassen.
Eine Horrorvorstellung! Ganz zu schweigen, das mein Kiefer/Mund/Gesicht sich komplett verändert und mein Gebiss sogesehen nach vorne versetzt wird.
Ich habe noch nie in einem Forum geschrieben. Bisher habe ich nur gelesen und mich darin informiert. Aber nun leuten alle Alarmglocken und ich brauche unbedingt eine Lösung.
Ich werde mich in vielen Foren informieren.
Ich bin nach der Suche, nach einem Gleichgesinnten, der mir helfen kann, der mir sagen kann, wie er das Problem los geworden ist.
Gibt es da draußen jemanden, der ebenfalls viele Jahre ein knacken im Kiefer hatte, möglichst auf beiden Seiten, ein sehr lautes knacken, der dieses Problem durch irgendeine Therapie/Operation/Schiene/Psychiater/etc. lösen konnte?
Ich bitte euch, absolut ehrlich zu sein und mir Euer leiden und vor allem die Methode die euch zur Heilung verholfen hat, genau aufzuzeigen bzw. zu beschreiben.
Ich will mich einfach nicht komplett umoperieren. Und ich bin davon überzeugt, dass es auch ohne einem operativen Eingriff gehen kann.
Sollte mir jemand mit seinen Antworten und Methoden helfen können und mein Problem beseitigen, so wäre ich dieser Person auf Lebenszeit dankbar und würde mich deutlich erkenntlich zeigen.
Ich will wieder essen genießen können….
Vielen Dank für alle Leser und vielen Dank für alle Antworten im Voraus.
Hallo Ninos,
danke für deinen ausführlichen und sehr persönlichen Kommentar.
Ich hoffe ebenfalls dass sich einige der sicher ebenso schwer betroffenen Leser einfach trauen zu kommentieren (geht auch anonym).
Ich habe nicht so ein schlimmes Knacken gehabt, aber vor ca. 10 Jahren war ich bei einem Zahnarzt, der eine instrumentelle Funktionsanalyse meines Kiefers durchgeführt hat. Danach bekam ich einen Behandlungsplan, der den Komplett-Umbau meines Kiefers vorsah. Ich kann mir daher gut vorstellen wie geschockt du bist.
Ich habe es damals nicht machen lassen und ich bin froh darüber. Aber das hilft dir in deiner Situation natürlich nicht weiter.
Hast du dich schon selbst beobachtet? In welchen Situationen knirscht du?
Es ist nicht der Stress, der zum Knirschen führt. Es sind die unterdrückten Emotionen (u.a. Stress, aber auch Aggressionen, Wut, Trauer) von denen der Körper sich versucht durch das Knirschen zu “reinigen”.
Ein Tagebuch kann dir helfen, diese “Unterdrückung” aufzuspüren – dazu musst du aber dir selbst gegenüber ehrlich sein. Das ist sehr schwer (ich kenne das von mir – ich habe jahrelang vor mir selbst geleugnet, dass mich bestimmte Dinge/Verhaltensweisen/Personen ärgern und immer wieder unbewusst “gute Mine zum bösen Spiel” gemacht).
Auf jeden Fall solltest du dir eine weitere ärztliche Meinung einholen bevor du dich zu einem derart großen Schritt entscheidest.
Ich wünsche dir starke Nerven für deinen Weg und wünsche mir, dass die Selbstbeobachtung bereits ein wenig hilft
Deine Christine
Hallo Christine,
danke für deine rasche Antwort. Nun, ich habe mich sehr wohl und sehr lange beobachtet. Leider trifft auch alles zu, was die Unterdrückung von Emotionen, Agressionen, Wut, Trauer, Ärger… Ich bin davon stark betroffen, alle Emotionen zu unterdrücken. Ich bin ein Meister darin. Ich höre sehr gerne und oft anderen zu, nur teile ich sehr wenig von mir mit, bzw. werde nicht gefragt. Aber das war auch schon immer so, dass ich es mir nie gewünscht habe, das man mich nach meinem Zustand, oder meinen Emotionen frägt.
Ich hätte sogar ehrlichgesagt ein Problem damit, mich hier einfach umzustellen, und meinen Emotionen freien lauf zu lassen.
Das mit einem Tagebuch, könnte eventuell eine Lösung sein. Obwohl ich absolut nicht der Typ für sowas bin, bin ich derzeitig für alles bereits und offen, wirklich alles, um eine Lösung zu finden.
Ich werde mich auch demnächst auf ADHS testen lassen.
Auf deine Frage wann ich den so knirsche: Ich knirsche ständig. Wirklich, ich beobachte das seit Monaten extrem genau. Und eigentlich in allen Situationen, bin ich derzeitig am knirschen. Es lasten derzeitig auch beruflich und auch schulisch (Studium) derzeitig extrem viel Verantwortung auf mich.
Was hat dir letzendlich geholfen, das knacken weg zu bekommen?
Vielen Dank dir für deine Antwort
Ninos
Es ist eine Sache, dass man nicht unbedingt zu seinem Zustand gefragt werden möchte (also nicht so sehr im Mittelpunkt stehen möchte).
Es ist aber eine andere Sache von anderen “benutzt” zu werden (z.B. zum Zutexten, Ausheulen, Dampfablassen).
Auch das ist in Maßen ok. Aber kein Mensch ist dazu da ständig und immer “zu schlucken”.
Natürlich sollst du keine 180°-Wendung machen. Aber es ist essentiell, dass du dich äußerst. Sonst wirst du von anderen nur benutzt. Es gibt einen Zwischenweg zwischen “alles regungslos hinnehmen” und “ständig cholerisch ausrasten”
Deine Mitmenschen möchten vielleicht sogar gerne deine Empfindungen “erleben” (sei es positiv wie negativ).
Das Führen des Tagesbuchs ist nur ein erster Schritt. Das soll auch kein “typisches” Tagebuch werden: “Liebes Tagebuch, der Tag heute war blöd …”
Eher in der Richtung:
10:00 Uhr Gespräch mit Chef. Fühle mich minderwertig. Zuviele Aufgaben bekommen, bin überfordert
Auf dieser Basis solltest du dann Überlegen:
Wie könnte ich in dieser Situation reagieren? So dass
ich nicht alles in mich hineinfresse
ich mich trotzdem gut fühle
ich den Anderen nicht verletze
Dieses “virtuelle” Durchspielen der Situation gibt dir dann die Flexibilität beim nächsten Mal eine Reaktions-Alternative zum “Herunterschlucken” parat zu haben.
Es ist sogar eigentlich ganz spannend, die Reaktionen der Anderen zu sehen UND du entwickelst dich selbst dabei auch weiter, wirst sozial-kompetenter.
Ganz nebenbei bist du mit dir selbst mehr im Reinen und auch das Knirschen wird weniger.
Das ganze Prozedere beschreibe ich gerade ganz detailliert und nachvollziehbar in einfachen Schritten in meinem Buch “Zähneknirschen endlich besiegt”. Ich weiß, ich wiederhole mich, denn es ist leider noch nicht fertig, daher hier zumindest schon mal der grobe Ablauf.
Vielleicht magst du es dir mal überlegen. Denn offensichtlich solltest du etwas tun.
Ich würde mich freuen von dir zu hören wie es dir weiterhin ergeht.