Bruxismus Ursachen

Bruxismus Ursachen (© Maria Vaorin / photocase.com)

Wie kann man gegen etwas vorgehen, dessen Ursachen man nicht kennt?
Gar nicht.

Daher liste ich mal die mir bekannten Ursachen des Bruxismus auf. Nur wenn man die Ursachen kennt, kann man etwas Grundsätzliches gegen das Zähneknirschen tun.
Mit einer Aufbissschiene tust du zwar etwas gegen Schäden an den Zähnen. Die Ursache der Schäden, das Zähneknirschen, hast du mit der Schiene aber nicht behandelt.
Um nun das Zähneknirschen zu behandeln, musst du dessen Ursachen kennen.

Die Ursachen lassen sich grob in zwei Kategorien einteilen:

  • organische Ursachen
  • nicht-organische, “psychische” Ursachen

Organische Ursachen

Es gibt die geringe Wahrscheinlichkeit, dass das Knirschen im steinzeitlichen Ursprung begründet liegt.
D.h. der Körper versucht Zahn- oder Kieferfehlstellungen “wegzuschleifen”.

Fehlstellungen sollte ein Zahnarzt oder ein Kieferorthopäde diagnostizieren. Wenn ein Zahnarzt feststellt, dass du knirschst, wird er direkt diese organische Ursache untersuchen.

Schließt der Arzt Fehlstellungen aus, bleiben als Ursache nur noch die

Psychische Ursachen

Die psychischen Ursachen sind mannigfaltig und schwer zu ergründen. Daher werden diese Ursachen von einem Zahnarzt nicht diagnostiziert.

Hier bist Du selbst gefragt!

Wie entsteht das nächtliche Zähneknirschen?

Das Unterbewusstsein verarbeitet nachts negative Erfahrungen des Tages auf seine Art und Weise. So werden bei den Knirschern diese Tages-Erfahrungen nachts herausgeknirscht.

Welche Erfahrungen sind das?

Auch das kann individuell abweichen. Grundsätzlich handelt es sich meistens um negative Emotionen, die tagsüber “heruntergeschluckt” werden.
Z.B. Stress der nicht bewusst verarbeitet wird, Wut die verdrängt wird, Aggressionen die ignoriert werden.
Jeder von uns erlebt tagtäglich Situationen in denen er sich ärgert oder unter Druck gesetzt fühlt.

Der charakteristische Zähneknirscher unterdrückt diese Negativ-Erlebnisse. Häufig geschieht schon das Unterdrücken ganz unbewusst. Typischerweise erklärt der Knirscher:

“Nein, ich bin nicht gestresst! Ich kann damit prima umgehen!”

oder

“Es macht mir nichts aus, wenn ich ignoriert/runtergeputzt/ausgeschlossen werde!”

Ja, Knirscher! Du tust so als würde es Dir nichts ausmachen. Tief im Innern aber arbeitet dein Unterbewusstes schon an der Verarbeitung. Nachts, wenn alle Großhirne schlafen, werden diese Erfahrungen zermalmt!

Das sind die Hauptursachen für den Bruxismus. Und jeder der mit den Zähnen knirscht sollte sich daraufhin beobachten und überprüfen.

Wie sieht es bei Dir aus? Hast Du das beschriebene Verhalten bei Dir festgestellt?
Oder bist du eigentlich ganz anders?
Schreib mir einfach einen Kommentar.

Danke und © für das schöne Foto an: Maria Vaorin .

33 Kommentare

  1. Sarah
    Erstellt am 7. Dezember 2011 um 22:33 | Permanent-Link

    Guten Abend,

    ich knirsche so sehr mit den Zähnen, dass ich regelmäßig durch geknirschte Schienen habe.
    Ich habe Ihre Website entdeckt und schon viel gelesen.
    Was ich noch nicht entdeckt habe ist, was Ihnen wirklich geholfen hat?

    Welche Entspannungsübungen können z.B. helfen?

    Vielen Dank für Ihre Hilfe,

    Sarah

    • Christine
      Erstellt am 7. Dezember 2011 um 23:09 | Permanent-Link

      Hallo Sarah,

      danke für deinen Kommentar. Ich gebe zu, ich habe bis jetzt nur einen Bruchteil dessen geschrieben, den ich hier gerne veröffentlichen würde.
      Die Tipps sind natürlich auch weitflächig verteilt. Das hat wohl ein Blog so an sich … es ist einfach ein wenig unstrukturiert.
      Aktuell konzentriere ich mich darauf meine Anleitung in einem eBook zusammen zu fassen. Dort steht dann wirklich eine Schritt-für-Schritt-Anleitung.
      Das dauert noch ein bisschen.
      Bis dahin hilft es dir vielleicht, dass mir am meisten das Erkennen der Ursachen geholfen hat. Die Ursachen stehen in diesem Artikel.
      Ein großer Teil der “Arbeit” war tatsächlich für mich selbst herauszufinden wo ich wann und warum Ärger/Stress/Wut/Aggressionen herunterschlucke.
      Welche Personen und welche Situationen beteiligt sind? Dies war insbesondere deshalb so schwierig, weil ich schon perfekt “verdrängt” habe und selbst geglaubt habe es würde mir alles nicht ausmachen.
      Diese Selbstbeobachtung hat mich bereits ein großes Stück weiter gebracht.

      Danke für’s Lesen und viel Erfolg beim “Selbstbeobachten”. Übrigens gibt es über den Newsletter noch weitere Infos (und du verpasst keinen meiner neuen – sehr unregelmäßig erscheinenden – Artikel :-D ). Einfach rechts ==>
      registrieren.

  2. Bünyamin
    Erstellt am 19. Dezember 2011 um 21:05 | Permanent-Link

    Hallo,

    knirsche immer wieder im Laufe des Tages – natürlich unbewusst.
    Immer wenn ich es bemerke höre ich auf.
    Manchmal schmerzt es sogar an der Kiefer vor lauter knirschen.
    Hin und wieder knirsche ich auch im Schlaf.

    Würde gerne wissen, wie man dagegen vorgehen könnte.
    Klar, stress vermeiden, aber funktioniert leider nicht immer.

    Werde hier öfter vorbeischauen und mitlesen.

    LG
    Bünyamin

    • Christine
      Erstellt am 19. Dezember 2011 um 22:17 | Permanent-Link

      Hallo Bünyamin,

      vielen Dank für deinen Kommentar. Öfter vorbeischauen und mitlesen ist gut :-)
      Du kannst dich auch ganz bequem, gratis und unverbindlich in meine Mailingliste eintragen (in der rechten Spalte ist das Registrierungsformular).

      Als ersten Schritt würde ich dir empfehlen genauer zu prüfen, wann du tagsüber knirschst. Z.B. indem du dich stündlich erinnerst (mit dem Handy oder einem Wecker) und dann ganz bewusst prüfst ob du geknirscht hast, wie deine Körperhaltung/Nackenanspannung/… ist und ob du dich in der letzten Stunde Druck, Wut oder Stress in dich “hineingefressen” hast.
      “Stress vermeiden” ist natürlich optimal, aber das wäre zu schön um wahr zu sein. UND nicht jeder der Stress hat, knirscht mit den Zähnen.
      Wir Knirscher gehen mit dem Stress nur falsch um, wir schlucken ihn runter, anstatt ihn bewusst zu verarbeiten. Meistens wissen wir nicht mal was genau uns Stress macht. Mit der oben beschriebenen “Beobachtung” findest du dies aber heraus.

      Gute Besserung
      Deine Christine

  3. Roxana
    Erstellt am 6. März 2012 um 12:55 | Permanent-Link

    Hallo!

    Ich habe seit Jahren Rücken- und Nackenschmerzen, wurde vor ca. einem Jahr mit Bruxismus diagnostiziert. Ich knirsche nicht, mein Kiefer ist aber sehr oft angespannt, auch wenn ich mich sonst entspannt fühle. Ab und zu klemmt mein Kiefer während der Nacht.

    Ich habe Physiotherapie gemacht (Trigger, etc.), das hat geholfen, will aber wissen, wie ich diese Nackenschmerzen für immer loswerden kann. Kann man Bruxismus heilen?

    Danke!
    Liebe Grüße,
    Roxana

    • Christine
      Erstellt am 7. März 2012 um 14:28 | Permanent-Link

      Hallo Roxana,

      vielen Dank für deinen Kommentar und deine persönliche Geschichte.

      Bruxismus umfasst natürlich nicht nur Knirschen, sondern u.a. auch Zähnepressen. Zähnepressen ist weniger schädlich für die Zähne (kein Abrieb) aber führt trotzdem zu allen anderen unangenehmen “Nebenwirkungen” wie auch unter Folgen von Bruxismus beschrieben.

      Bruxismus ist sicherlich heilbar. Zuerst sollte ein Zahnarzt feststellen ob organische Ursachen (z.B. Zahnfehlstellungen) vorliegen. Wenn dies nicht der Fall ist, dann solltest du überprüfen inwiefern die oben gelisteten psychischen Ursachen auf dich zutreffen.
      Frisst du Probleme, Stress, Ärger, Wut, … in dich hinein?
      Dann solltest du hier an der Ursache etwas ändern.

      Zur Beruhigung: Es gibt Betroffene, die nur in Stresssituationen (z.B. Abschlussprüfung, etc.) unter Zähneknirschen leiden. Es kann also definitiv “geheilt” werden.
      Bzgl. der Nackenschmerzen solltest du auch deine Haltung überprüfen. Zähneknirschen ziehen häufig die Schultern hoch was dann zu verspannter Nackenmuskulatur führt. Beobachte dich und deine Haltung und führe ggfs. eine Art Tagebuch um deine persönliche Ursache zu entdecken.

      Viel Glück und Erfolg wünsche ich dir dabei
      Deine Christine

  4. Nicola
    Erstellt am 4. April 2012 um 22:24 | Permanent-Link

    Hallo Christine,

    ich finde es super, dass du einen Blog zu dem Thema erstellt hast. Großes Lob erstmal. :)

    Jetzt mal zu meinem zerknirschten ;) Werdegang.
    Eines nachts wurde ich von so einem seltsam knirschenden Geräusch geweckt, nach einem kurzen Moment des zu mir kommens, stellte ich fest, dass ich das bin und habe natürlich sofort aufgehört. Naja seit dem wusste ich: Ich knirsche..! Hmm.. das gefiel mir natürlich garnicht. Einige Tage nach dieser Erkenntnis, bekam ich auch heftige Kiefer schmerzen und konnte kaum mehr meinen Mund öffnen. Daraufhin bin ich zum Kiefernorthopäden, der meinen Kiefer rönchte und sagte, es sei alles in ordnung. Mit ein paar Kiefern-muskel-trainings-übungen ging ich dann etwas “zerknirscht” nachhause.. Das war vor circa 5 Jahren. In der zwischenzeit, mir wohl bewusst das ich immer wieder nachts mit den Zähnen knirsche, habe ich mich darum nicht weiter gekümmert, in der Hoffnung es legt sich von alleine. Tat es nur leider nicht *seufz*. Nun denn mit dem morgendlichen Blick in den Spiegel stellte ich eines Tages fest, dass jetzt nicht nur mein ehemals so wunderbar spitzer Eckzahn auf der linken seite abgeknirscht war sondern, dass nun auch der Eckzahn auf der Rechten betroffen war.. Daraufhin, weiterhin immer wieder geplagt von heftigen Kiefer und Kopfschmerzen, beschloss ich etwas zu unternehmen. Ich ging zum Zahnarzt und ließ mir eine “Beissschiene” anfertigen, in der Hoffnung nun seien alle meine Probleme gelöst. Doch dem war leider nicht so. Die Schiene ist ja ganz nett aber Kiefer schmerzen habe ich weiterhin. So jetzt sind wir in der Gegenwart. Habe die Schiene seit knapp 5 Monaten und besser fühlt sich weder mein Kiefer, noch mein Kopf oder Nacken an. Versuche nun meine Stressfaktoren zu erkennen und bewusst zu verarbeiten. Jetzt komme ich zu meiner Frage an dich. (Lange rede kurzer Sinn.. *räusper*)

    Wie kann ich meinen Stress bewust wahrnehmen und dann auch bewusst verarbeiten? Hast du da Techniken die du empfehlen kannst? Denn in meiner blühenden Fantasie stelle ich mir lebhaft vor wie ich, wenn ich mich über meine Chef ärgere, ihm sage ich müsse jetzt mal kurz eine Auszeit zum meditieren nehmen.. Ich glaube danach hätte ich sicher wieder andere Sorgen… ;)

    Ich würde mich über eine Antwort sehr freuen auch gerne hier öffentlich, denn ich möchte dem Knirschen endlich an den Kragen.. :)

    liebe Grüße

    Nicola

    • Christine
      Erstellt am 4. April 2012 um 22:57 | Permanent-Link

      Hallo Nicola,

      Danke für deinen Kommentar und für’s Teilen deines zerknirschten Werdegangs!
      Wenn ich hier immer antworte, komme ich doch gar nicht dazu an meinem Ebook weiterzuschreiben ;-)
      Ok, also hier die Megakurzfassung:

      1. “Stress bewusst wahrnehmen” geht nur mit Disziplin. D.h. am besten anfangs alle 2 Stunden “wecken” lassen (z.B. vom Handy, Wecker …) und dann fragen: Wie fühle ich mich? Wie ist meine Körper/Nacken/Kieferhaltung? Auf wen oder was habe ich in den letzten 2 Stunden “emotional” reagiert? Warum?
        Das Ganze braucht ein wenig Übung. Unbedingt alles aufschreiben!
      2. Aus den Notizen/Erfahrungen kann man “typische Situationen” bzw. “problematische Personen” und die eigene typische Reaktion herausarbeiten
      3. Diese Situationen spielt man geistig durch, aber mit alternativen Reaktionen

      Grundsätzlich mag Meditation, Yoga o.ä. gut sein. Ich bekomme allerdings bei diesen ganzen “lahmen” Methoden Aggressionen. Ja, diese “Entspannungstechniken” bringen mich eher auf die Palme als dass sie mich entspannen. Die sind mir zu öde.

      Die beste Entspannung bringt mir, wenn ich mich richtig austobe. Z.B. auf dem Trimfahrrad 20 Minuten, aber mit so viel Schmackes, dass ich danach vom Rad falle. Nur mit vollem Körpereinsatz kann ich meine angestauten Emotionen “rauslassen”. Wenn also die Möglichkeit besteht, hilft abends 1/2 Stunde Kickboxen, Schwimmen (aber zackig), Rennen (wohlgemerkt: nicht “Joggen” ;-D) oder auch Seilspringen (220 Umdrehungen/Minute)

      Und wenn du dich über deinen Chef ärgerst, sollst du natürlich nicht meditieren :-)
      Sondern du musst einen Weg finden (s.o.) wie du einerseits deinem Chef deutlich sagst, dass du dich ärgerst und worüber du dich konkret ärgerst (dass du also nicht einfach alles “runterschluckst” – auch dein Chef hat das Recht Feedback von dir zu bekommen!), du aber andererseits deinem Chef nicht zu nahe trittst.
      Diese feine Gratwanderung musst du allerdings selbst herausbekommen.
      Da du mit dem Zähneknirschen bereits sehr bewusst umgehst sehe ich gute Chancen, dass du das gut hinbekommst.

      Ich freue mich von deinem weiteren Werdegang zu hören/lesen.

  5. Paul
    Erstellt am 9. Oktober 2012 um 22:59 | Permanent-Link

    Hallo,

    ich hab mich bis eben noch nicht mit dem Thema Bruxismus beschäftigt, weil ich einfach keine Ahnung von der Thematik hatte. Ich weis erst seit einiger Zeit, dass ich regelmäßig knirsche und bin jetzt 23. Ich kann mich erinnern, dass meine Schwester sich damals, als ich 7 war und mit noch ein Zimmer geteilt hat, auch oft gesagt hat, sie fände es schrecklich wenn ich Nachts knirsche. Das gibt mir zum ersten mal einen Einblick darauf, dass was nicht stimmt. Ich habe vor einem halben Jahr bei meinem Zahnarzt das knirschen geschildert und darauf hin eine Knirscherschiene. Allerdings ohne hinweise auf Ursachen. Zudem sitzt die Schiene sehr unangenehm. Ich kann damit schlecht einschlafen und lass sie deshalb meist drausen. Allerdings liegt sie auf dem Nachttisch, sodas meine Freundin mich nachts weckt, falls ich knirsche, und mir das Ding in die Hand drückt. Das klappt bisher ganz gut, da ich im nächsten Moment wieder schlafe.

    Bei deinem Blog macht mir diese Stelle etwas Sorgen:
    Der charakteristische Zähneknirscher unterdrückt diese Negativ-Erlebnisse.
    “Es macht mir nichts aus, wenn ich ignoriert/runtergeputzt/ausgeschlossen werde!”,
    denn so schwer mir das auch fällt, dass zuzugeben. Das trifft genau auf mich zu.
    In meiner Schulzeit habe ich dieses Problem mit körperlicher Gewalt gelöst. Mobbing war damals noch nicht das große Thema und mit meiner wachsenden Reife fing ich an, sowas zu ignorieren und nicht weiter drauf einzugehen.

    Inzwischen sehen meine Eckzähne aus wie Schneidezähne.
    Ich hab bisher nie in Erwägung gezogen über solche Dinge zu reden, weil ich immer dachte, ich würde andere mit meinen Problemen unnötig belasten. Aber vielleicht war das der falsche Weg. Vielleicht hast du ja ein paar Ratschläge, wie ich weiter verfahren soll.

    • Christine
      Erstellt am 9. Oktober 2012 um 23:39 | Permanent-Link

      Hallo Paul,

      danke für deinen ausführlichen und offenen Kommentar. Schön auch, dass ich den Nagel auf den Kopf getroffen habe :-)
      Dein Knirschen mit 7 Jahren war möglicherweise “nur” ein Kinderknirschen. Wenn sich die Zähne und der Kiefer ändert (1. und 2. Zähne) dann knirschen Kinder häufig, ganz ohne tiefer gehende Ursachen, einfach um den Kiefer “passend” zu machen.
      Wenn du heute noch knirscht (mit ausgewachsenem Kiefer) dann kann es immer noch organische Ursachen haben (unbedingt beim Zahnarzt auf Zahn-/Kiefer-Fehlstellungen prüfen lassen).
      Allerdings hast du dich in meiner Beschreibung wieder gefunden. Damit scheint die Ursache bei dir eher nicht-organisch zu sein.

      Den ersten Schritt hast du übrigens schon getan: du denkst darüber nach, was du verändern kannst.
      Zuerst solltest du beobachten, wann du bei wem in welcher Situation Negativ-Gefühle unterdrückst. Das ist für uns “Verdränger” nicht ganz einfach.
      Am besten du erinnerst dich tagsüber alle 2 Stunden und prüfst dann ob es gerade derartige Situationen gab.
      Mit der Beobachtung wird häufig schon das Knirschen weniger, weil du dich aktiv mit der “Unterdrückung” auseinandersetzt.
      Ich wünsche dir auf jeden Fall viel Erfolg dabei.

      • Erstellt am 15. November 2012 um 21:48 | Permanent-Link

        Hallo,

        Das glaub ich nicht, dass die Zahnumstellung bei kleinen Kindern die Ursache für das Kinderknirschen ist, weil dann täten es ja alle Kinder.

        Ansonsten find ich deine Seiten eine der besten zum Thema.

        Grüße von Andreas

        • Christine
          Erstellt am 15. November 2012 um 22:40 | Permanent-Link

          Hallo Andreas,

          sicher gibt es auch bei Kindern Knirscher, die aufgrund von Stress bzw. eher unterdrückten Emotionen knirschen. Aber das ist sicher eher die Ausnahme. Und übrigens gibt es sogar bei Tieren Knirscher – auch hier ist die Ursache eher eine Art Kiefer- bzw. Zahnkorrekturreiben.
          Ist aber sicher individuell verschieden.
          Was denkst du was die Ursache für Knirschen bei Kindern ist?

          Danke für deinen Kommentar und dein Kompliment. :-)

  6. Nicole
    Erstellt am 23. März 2013 um 21:30 | Permanent-Link

    Hallo Christine

    Bist du noch online zum Thema Bruximus? Hast du neuere Erkenntnisse gefunden?

    Ich habe seit einem Jahr nun einen eher verspannten Kiefer und seit 2 Monaten nun so, dass ich es permanent spüre, wie meine Muskeln nicht mehr entspannen können.

    Was mich interessiern würde: Hast du schon mal vom Zusammenhang mit Hormonen gehört?

    Bei mir ist es so:
    1) Dieses Problem mit dem Bruxismus habe ich seit meine Schilddrüse gut eingestellt ist. (habe eine Schilddrüsenunterfunktion). Mein gesamter Muskeltonus ist wohl seit der guten Einstellung einfach stärker… im Sinne des Bruxismus natürlich eher zu meinem Nachteil.

    2) Die Phasen, in denen ich stark im Kiefer verspannt bin, beginnen erst so ein paar Tage nach meiner Menstruation und dauern bis ein paar Tage nach meiner Zyklusmitte. Die zwei Wochen danach bin ich dann beschwerdefrei und entspannt.

    Mein Hausarzt konnte mir dazu leider keine Auskunft geben, denn er kannte keinen Zusammenhang zwischen Kiefer und Hormonen.

    Hast du vielleicht eine Idee?

    LG, Nicole

    • Christine
      Erstellt am 24. März 2013 um 18:07 | Permanent-Link

      Hallo Nicole,

      ja, natürlich bin ich noch online (ok, es mangelt etwas an neuen Artikeln – das kostet aber auch eine Menge Zeit)
      Den Zusammenhang mit Hormonen kenne ich nicht (was aber nichts heißen will).
      Ich hätte jetzt Zähneknirschen bei einer Schilddrüsenüberfunktion erwartet.
      Bei einer Unterfunktion ist dein Muskeltonus ja insgesamt etwas “schwächer”. D.h. wenn deine Schilddrüsenhormone eingestellt sind, ist auch dein Muskeltonus zurück.

      Zumindest hast du dich schon gut beobachtet und kennst genau deine “Knirschzeiten”.
      Der Zusammenhang kann natürlich über die Hormone oder über die durch die Hormone ausgelöste Stimmung kommen.
      Wie lange hast du dich denn dafür beobachtet? Kann es sein, dass es da zeitliche Überschneidungen mit anderen Erlebnissen gab?

      Liebe Grüße
      Christine

      • Roxana
        Erstellt am 25. März 2013 um 00:58 | Permanent-Link

        Hallo, Christine, hallo, Nicole!

        Ich habe bei mir in der letzten Zeit auch festgestellt, dass es zwischen Hormonen und Zähneknirschen einen Zusammenhang gibt. Ich knirsche eher die letzten 2 Zykluswochen (also nach der Ovulation bis zum Zyklusbeginn). Mein Cortisolwert ist gesenkt, ich muss mich wegen Nebennierenschwäche testen lassen und ich habe auch viele Endometriosesymptome…

        Wollte nur sagen, dass ich auch auf die Idee gekommen bin, dass bei mir, was Zähneknirschen betrifft, die Hormonen, bzw. eine Hormondysbalance, eine große Rollen spielen.

        Wie schaut es bei anderen Frauen, die ebenso knirschen, in verschiedenen Zeiten des Monatszykluses aus?

        Liebe Grüße,
        Roxana

  7. Sabine
    Erstellt am 23. Oktober 2014 um 10:19 | Permanent-Link

    Hi, nette Seite,

    das Schieben der Problematik auf irgendwelchen Stress finde ich immer etwas einfach. Steht zwar so in jedem erdenklichen Artikel, aber vielleicht haben die ja alle abgeschrieben. Ich presse seit ich denken kann (z.B. beim Kartoffelschälen oder ähnlichen Konzentrationen und natürlich nachts). Klar hat Stress Einfluß. Wenn ich viel um die Ohren habe bin ich mehr verspannt. Aber normalerweise bin ich ein ausgesprochen ausgeglichener Mensch (oder darf man das nicht von sich sagen weil man dann gleich irgendwas verheimlicht). Nein wirklich, ich habe KEINE tiefgreifenden psychischen Dinge die ich mit mir rumschleppe oder traumatische Kindheitserfahrungen, … . Und trotzdem presse ich seit mindestens 20, 25 Jahren. Ich weiß nicht woran das liegt, die Beobachtung mit den Hormonen find ich echt interessant, da ich auch ein Schilddrüßen – Problem habe (allerdings noch nicht so lang wie ich knirsche).
    Ich hätte gern so eine Schine, die bei zu festem Druck klingelt (wie eine Klingelhose für Kinder die nachts einnässen) oder sich sonst irgendwie bemerkbar macht. Das kann doch nicht so schwer erfindbar sein. Als ich vor kurzem Zahnschmerzen hatte habe ich unterbewusst darauf geachtet nicht zu pressen, weil das Schmerz verursacht hätte. Es muss also verlernbar sein auch für Leute, die keine psychischen Probleme nachts wegpressen müssen.

    • Christine
      Erstellt am 24. Oktober 2014 um 23:02 | Permanent-Link

      Hallo Sabine,

      danke für deinen ausführlichen Kommentar.
      Eine “Klingelhose” :-) für Knirscher gibt es tatsächlich. Das sind sogenannte Biofeedbackgeräte (z.B. SleepGuard). Sie sind meiner Meinung nach relativ teuer und gehen am ursächlichen Problem vorbei.
      Es ist nicht wirklich der “Stress” (auch wenn man es kurz formuliert darauf reduzieren kann).
      Es sind sämtlichen negativen Emotionen, die wir Knirscher tagtäglich in uns hineinfressen. Und wir Knirscher sind gute Verdränger.
      Wir verdrängen miese Bemerkungen von Kollegen, abwertende Blicke vom Chef, unaufmerksame Reaktionen vom Partner … kurzum alles was uns “eigentlich” mies fühlen lassen müsste.
      Dabei halten wir uns für ausgesprochene Gutmenschen, die mit diesem Druck, Vorwürfen, Beleidigungen, Anfeindungen, … gut umgehen können. Wir sind so selbstlos (und fühlen uns doch irgendwie ausgenutzt).
      Manchmal machen wir uns den Druck aus selbst, indem wir hohe Anforderungen an uns selbst stellen, die wir kaum erfüllen können.

      Ich schiebe es nicht auf die Kindheit (nicht mal großartige psychische Probleme), ich schiebe es auf den oben beschriebenen (nicht bewusst wahrgenommenen) Druck, den wir täglich aufnehmen.
      Gegen diesen unbewusst heruntergeschluckten Druck wehrt sich unser Körper, unser Unbewusstes, indem wir den Druck herausknirschen.
      Findest du derartige Verhaltensweisen bei dir?

      PS: Häufig ist es übrigens so, dass wenn wir versuchen nicht zu knirschen, wir dadurch innerlich noch mehr Druck aufbauen.

  8. Mr. M
    Erstellt am 10. November 2014 um 14:10 | Permanent-Link

    Hallo zusammen.

    Ich hab ein problem was ich nicht los werde.
    ich war schon beim physiotherapoiten, beim Kiefer Orthopäden, etc…

    ich Kirsche in der nacht, jede nacht.
    ich bekomme davon am Morgen zahnschmerzen kopf schmerzen sowie schmerzen im gesicht, eine schiene habe ich auch, das problem ist, die spucke ich unbewusst aus dem mund in der nacht, ich weiss echt nicht mehr was ich machen soll.

    • Christine
      Erstellt am 10. November 2014 um 16:18 | Permanent-Link

      Hallo Mr. M,

      ja, ich kann dich gut verstehen. Viele Leser hier sicherlich auch.
      Zum Einen solltest du dich davon lösen die Schiene als Lösung anzusehen. Die Schiene schützt nur deine Zähne, verhindert aber nicht das Knirschen.
      Als erstes empfehle ich dir natürlich gerne (ganz uneigennützig ;-)) mein Buch dazu.
      Hier gebe ich dir Schritt-für-Schritt die Anleitung deine persönlichen Knirsch-Ursachen zu ermitteln.
      Du kannst dich aber gerne hier auf dem Blog umschauen, auch dort gibt es Hilfe.

      Kurz gesagt: Dein Unterbewusstes lässt sich nicht veräppeln. Wenn du tagsüber mit dem Druck, Stress, etc. von Anderen oder von dir selbst nicht klar kommst und nicht entsprechend darauf reagierst (wenn du also Gefühle in dich hineinfrisst), dann versucht dein Unterbewusstsein diese aufgenommenen Aggressionen wieder abzugeben: Nachts, wenn du keine rationale Kontrolle hast, durch’s Knirschen.
      Die Ursachen (Druck bei der Arbeit, eigener Perfektionismus, Erwartungshaltungen von Kollegen, …) musst du herausfinden und offen darauf reagieren. Vor allem nicht alles Herunterschlucken.
      Aber Vorsicht: Tue nicht so, als würdest du nichts herunterschlucken. Wir Knirscher sind Meister im Verdrängen (“Oooch, das macht mir nichts aus!”)!

  9. Verena
    Erstellt am 17. November 2014 um 19:08 | Permanent-Link

    Hallo Christine,

    ich habe gerade per Zufall deine Seite gefunden und finde es gut, dass es auch Leute
    gibt, die von Ihren Erfahrungen sprechen/schreiben.
    Da du Erfahrungen mit dem “knirschen” gemacht hast und ich jetzt auch höchstwahrscheinlich unter dem Knirschen leide, wobei ich mir nicht sicher bin, habe ich eine Frage an dich.
    Und zwar:
    Bei mir machte mich nicht mein Zahnarzt auf das Knirschen aufmerksam, sondern mein Gesangslehrer.
    Ich selber weiß nicht, ob ich Knirscherin bin und habe so auch keine Symptome wie was oft gesagt wird, Verspannungen, Rückenschmerzen oder gar Kieferschmerzen.
    Daraufhin bin ich dann zum Zahnarzt, welcher mir eine Schiene anfertigen lies die durchsichtig ist und auf die Zähne unten drauf gesetzt wird.
    Vom Tragen her ist sie nicht sonderlich bequem, eher störend.
    Nach einer Woche tragen der Schiene, bemerkte ich morgens nach dem Zähneputzen plötzlich an meinem oberen Zahn und auch parallel dazu der Untere direkt vorne “Risse”.
    Meine Angst, dass sich die Risse häufen und diese jetzt von der Schiene kommen, welche mir vom Zahnarzt angefertigt worden ist.
    Da mir die Risse zuvor nicht aufgefallen sind.
    Jetzt stehe ich zwischen zwei Stühlen und weiss nicht, ob ich die Schine jetzt tragen soll, da ich nicht weiß, ob diese Risse von der Schiene kommen oder gar zuvor schon da waren, wobei sie mir da nicht aufgefallen sind und ich zuvor keine Probleme hatte. Auch mein Zahnarzt hat bei der Kontrolluntersuchung zuvor nichts gesagt.
    Und ja, ich stehe mit meinem Knirschen alleine da;-( keiner der mir zuhören, helfen möchte.
    Zudem habe ich im Netz auch noch weiter Variante gefunden die das Knirschen mindern sollen.
    http://www.stopp-zaehneknirschen.de/
    und das sog.
    http://www.triggersleeping.de/zaehneknirschen

    LG Verena

    • Christine
      Erstellt am 17. November 2014 um 21:20 | Permanent-Link

      Hallo Verena,

      vielen Dank für deinen Kommentar.
      Was genau ist denn deinem Gesangslehrer aufgefallen?
      Zahnärzte sind nicht wirklich immer die Richtigen, wenn es ums Knirschen geht. Mit der Schiene verhindern sie eigentlich Schäden an den Zähnen durch das Knirschen. Das Knirschen lindert sich damit nicht.
      Im Gegenteil. Bei manchen (so auch bei mir) hat das Fremdgefühl der Schiene im Mund nur zu verstärktem Knirschen geführt.
      Natürlich ist es möglich, dass die Risse bereits vorher da waren und du jetzt erst genau darauf achtest.

      Du solltest auf jeden Fall den möglichen Ursachen vom Zähneknirschen auf den Grund gehen. Z.B. in dem du meinen Erste-Hilfe Crash-Kurs machst.
      Bei jedem ist der Druck, dem er sich tagsüber ausgesetzt fühlt, anders. Bei manchen ist es die Familie, bei anderen der Chef oder das eigene Perfektionsgefühl. Aber letztlich ist der tagsüber nicht offen verarbeitete aufgenommen Druck dafür verantwortlich, dass sich das Unterbewusstsein nachts dieses Drucks entledigt.

      Von den Biofeedbackgeräten halte ich nur eingeschränkt etwas. Sie können einem helfen, aber auch diese Hilfen gehen nicht an die Ursachen. Sie versuchen nur die Reaktion des Körpers (oder des Unterbewusstseins) zu verändern oder zu verlernen.
      Wir Knirscher sollten diesem Hinweis unseres Körpers aber nachgehen. Denn da ist etwas mit unserer Aggressionsverarbeitung nicht in Ordnung. Und DAS sollten wir herausfinden und verbessern!

  10. Wilhelm
    Erstellt am 19. März 2015 um 06:23 | Permanent-Link

    Hi Leute,

    und hier gesellt sich der nächste Knirscher zu euch… Ich bin aber erstmal froh diese Seite gefunden zu haben.

    Ich Knirsche schon seit einiger Zeit (werde im April 20 und wurde mit ca. 14 auf mein Knirschen aufmerksam). Ich habe danach eine Aufbissschiene bekommen (eine dünne, für den Unterkiefer) und alles war eine zeitlang ok. Nebenbei mache ich Tai Chi seit ich 13 bin.
    Irgendwann war die Schiene zu dünn und ich habe eine größere Schiene bekommen. Es ging ziemlich lange wieder gut. Mit der Zeit jedoch haben sich Verspannungen im Kiefer bemerkbar gemacht. Die haben mich aber nicht wirklich gestört und ich bin blöderweise nicht auf die offensichtliche Idee gekommmen, dass diese Verspannungen vom Knirschen kommen. Zu dieser Zeit war ich bereits von zu Hause ausgezogen und hab studiert.
    Ich habe dann das Studium gewechselt und wohne wieder zu Hause (ca. seit Anfang des Wintersemesters)
    Jetzt Sei einiger Zeit (so ca. Anfang des Jahres) Habe ich sehr häufig Kopfschmerzen. Meistens gehen sie von meinem (verspannten) Nacken oder vom hinteren Teil des Kiefers aus, also dachte ich:
    1. Eine Nackenverspannung
    2. Meine Weisheitszähne
    Müssen die Ursache dafür sein. Die Weisheitszähne kommen nächste Woche raus. Für die Nackenverspannung habe ich jetzt auf mehreren Matratzen geschlafen-> nichts hilft. Tai Chi ist immer noch gut, aber ganz zufrieden bin ich nicht.
    Gestern bin ich früh schlafen gegangen und deswegen heute schon so früh auf (eigentlich sind ja Semesterferien^^). Heute morgen habe ich schon wieder schlecht geschlafen, mein Nacken tut weh und mein Kiefer. Dann bin ich darauf gekommen, dass mein Zähneknirschen die Ursache sein könnte und nun bin ich hier.
    Nur was ich nicht so leicht rauskriege ist die Ursache für mein Zähneknirschen. Eine Fehlstellung habe ich noch nicht direkt überprüfen lassen, aber halte ich für unwahrscheinlich, da bei routine Untersuchungen o.ä. keine Bemerkung dazu hoch kam.
    Dann hat mein Umfeld natürlich von Streß geredet. Das soll dann wohl stärker geworden sein, weil ich ein schweres Studium habe (Physik, btw das beste aller Fächer!!) und mich da sehr reingehängt habe (1,0 in Mathe für Physiker woohoo^^); jedoch wurde die Symptome in den Semeserferien nur noch schlimmer… also wieder nichts.
    Momentan vermute ich sowas wie unterdrückte Agressionen. Ich bin da lange Zeit nicht drauf gekommen, weil ich ein seltsames verhältnis zu Agressionen habe. Ich habe mich nie (na gut, sehr selten) so gefühlt als würde ich die Agressionen unterdrücken. Viel mehr fühlt es sich so an, als würde ich sie gar nicht erst wahrnehmen. Kennt jemand hier vielleicht dieses Problem?
    Ich habe auch keine Ahnung, wie ich Ventil für Agressionen schaffe… soll ich externeren Kampfsport? Soll ich einfach jeden Tag 5 Minuten rennen? Ich fahre bereits Fahrrad, aber das wird i-wie langweilig und man kann auch in dichtem Straßenverkehr nicht besonders gut rasen.
    Woher weis ich, ob es wirklich unterdrückte Agressionen sind? Wie kann man sowas rauskriegen?

    Vielen dank an die, die es bis hierher gelesen haben^^ Vielleicht finde sich ja einpaar Antworten. Ich glaube aber, dass mir gerade beim schreiben auch schon einiges klar geworden ist.

    Gruß
    Wilhelm

    • Christine
      Erstellt am 19. März 2015 um 09:36 | Permanent-Link

      Hallo Wilhelm,

      vielen Dank für deinen ausführlichen Erfahrungsbericht. Ich glaube mit “unterdrückten Aggression” bist du schon auf dem richtigen Weg.
      Das Problem dabei ist: Wir Knirscher reden uns gerne ein, dass wir gar nicht unterdrückt aggressiv sind. Wie du es ja auch beschreibst. Wir sehen uns gerne als ausgeglichen (wer tut das nicht).
      Das Ventil für Aggressionen hilft natürlich nur, wenn du sie dir beim “Abbauen” auch bewusst machst. Kampfsport ist sicherlich gut. Tai Chi ist eher ungeeignet :-)
      Seilspringen oder PushUps können auch schon helfen.
      Um evtl. unterdrückte Aggressionen oder auch z.B. den eigenen Leistungsdruck zu erkennen, hilft wirklich nur beobachten und auf “frischer Tat” ertappen.
      Z.B. indem du dich alle 2 Stunden erinnerst und dann einen Moment den Alltag pausierst und dich fragst:
      Was ist die letzten 2 Stunden passiert?
      Wie fühle ich mich gerade?
      Wie wurde mit mir umgegangen?
      Setze ich mich selbst unter Leistungsdruck?
      Wie ist meine Haltung (besonders der Nacken/Schulterbereich)? Verkrampft?
      Wichtig ist es zuerst überhaupt die Situationen zu erkennen bzw. um welche Art von heruntergeschlucktem Druck es sich handelt.

      Viel Glück bei der Suche
      Christine

  11. jana kuhnt
    Erstellt am 17. April 2015 um 12:09 | Permanent-Link

    Hallo Zusammen,
    ich habe schon lange das Problem mit dem Knirschen und habe wirklich vieles ausprobiert. So bin ich auch schließlich auf diese Seite gestoßen, weil ich immernoch auf der Suche nach der optimalen Therapie bin. Mein Problem liegt darin begründet, dass ich sowohl Tags als auch Nachts unter Zähneknirschen und -Pressen leide. Also ganz klar meine Form der Stressbewältigung. Tagsüber ist es vor Allem bei der Arbeit so, dass ich sehr vertieft bin und deshalb das Zähnepressen nicht mitbekam. Dort konnte mir relativ schnell der RelaxBogen helfen. Der liegt einfach auf den Muskeln auf und erinnert mich sobald es losgeht. Nachts besteht das Problem aber immernoch, da ich ihn dort nicht tragen kann. Die Physioeffekte halten nur kurz an und mit der Schiene will ich nichts mehr zu tun haben.
    Ich wäre für einen Hinweis total dankbar
    Herzlichen Dank

    • Christine
      Erstellt am 2. Mai 2015 um 22:07 | Permanent-Link

      Hallo Jana,

      danke für deinen Kommentar. Den Relaxbogen kannte ich bisher noch gar nicht.
      Ich würde von einem derartigen Hilfsmittel erwarten, dass du es eine gewissen Zeit trägst, bis du wieder selbst bemerkst, dass du knirscht. Schließlich sollen alle diese “Geräte” nur vorübergehend sein.
      D.h. du solltest dich auch darauf konzentrieren wann und warum du tagsüber knirscht.
      Wenn du feststellst, dass du gerade presst oder knirscht, ist es nicht damit getan den Kiefer zu entspannen. Du musst tatsächlich die Ursache deiner “Verbissenheit”, die zugrundeliegende Emotionsstörung (Stress, Perfektionismus, Arbeits/Leistungsdruck) finden.
      Wenn du deine “Standardverarbeitung” dieser Emotionsstörung dann änderst, wird auch nachts das Knirschen zurückgehen.
      Und ja, ich finde diese Schienen auch Mist (und wettere wo ich kann dagegen). Solange du sie trägst, um deine Zähne zu schützen, sind sie jedoch ganz sinnvoll.
      Also, wäre es gut zuerst das Knirschen zu verbessern und dann die Schiene abzulegen.

      Ich hoffe, du findest deine Ursachen (das ist nicht ganz einfach).
      Christine

  12. Martina
    Erstellt am 12. März 2016 um 21:06 | Permanent-Link

    Hallo, hab mir jetzt viele Kommentare durchgelesen und dies sehr interessant gefunden.
    Ich knirsche mit meinen Zähnen in der Nacht und das schon seit über 20 Jahren und ich bin jetzt 30 Jahre. Mal mehr mal weniger. Vor einem Jahr bin ich auch drauf gekommen, dass ich tagsüber meine Zähne zusammenbeiße.
    Weniger wird es wenn ich tagsüber bewusst darauf achte ob ich verspannt bin, damit meine ich nicht nur meine Kiefermuskulatur sonder auch Schultern und Nacken – und überhaupt die gesamt Körperhaltung spielen eine Rolle! Manchmal befinde ich mich in einem Wach-Schlafzustand und bemerke wie ich meine Zähne zusammenpresse und es fühlt sich entspannend an :) Meiner Meinung nach, habe ich mich an dieses Zusammenpressen bzw Knirschen schon so gewöhnt, das es sich gut anfühlt obwohl es mir schadet – ich meine das ist ein Gewohnheitsverhalten. Deswegen bin ich auch der Meinung, dass ich mir dies umtrainieren kann! Letztendlich geht es um Verarbeitung, Stress, Gewohnheiten, Lebenssituationen etc. – also denke ich man kann es sich abtrainieren mit Disziplin. Sport, Entspannungsübungen, Meditation und bewusstes Beobachten der Körperspannung/haltung helfen sicher :)

    • Christine
      Erstellt am 13. März 2016 um 10:14 | Permanent-Link

      Hallo Martina,

      danke für deinen ausführlichen Kommentar. Du triffst genau meinen Tenor.
      Es gibt sicherlich verschiedenste Ursachen. Aber viele Knirscher können zumindest eine Besserung schaffen, wenn sie bewusst damit umgehen.
      Mein Buch baut übrigens genau darauf auf und gibt eine Anleitung wie man u.a. diese “Bewusstwerdung” Schritt-für-Schritt durchführen kann.
      Wer es gerne technischer mag, dem ist im Fall von “Abgewöhnen” sicherlich auch ganz gut mit einem Biofeedbackgerät bedient (z.B. der Sleepguard oder mit dem Gerät von Staeb Medical)

  13. Erstellt am 3. Oktober 2016 um 16:06 | Permanent-Link

    Vielen dank für die Informationen. Habe leider auch das Knirsch Problem und bin so auf diese Seite gestoßen und bin auf der Suche nach einer Lösung.

    • Christine
      Erstellt am 4. Oktober 2016 um 22:31 | Permanent-Link

      Hallo Anna,

      danke für deinen Kommentar. Ich hoffe, du hast auf meiner Seite ein paar hilfreiche Informationen gefunden.
      Im Email-Crashkurs verrate ich auch noch ein paar wichtige Punkte worauf du achten kannst. Einfach kostenlos anmelden.

  14. Bruce
    Erstellt am 6. Oktober 2016 um 13:39 | Permanent-Link

    Interessant zu lesen wie andere ebenfalls dieses Problem haben.
    Seit vielen Jahren träume ich immer wieder davon wie ich mit den Zähnen knirsche, bis sie im Traum abbrechen oder rausfallen. Ich dachte immer, dass es nur ein Traum sei. Dass ich es auch wirklich tue wird mir immer mehr bewusst, z.B. wenn ich erschöpft von der Arbeit komme und mich kurz hinlege, höre ich beim Einschlafen, wie sich meine Zähne schlagartig aufeinanderpressen. Beim anderen Mal habe ich meine Zunge beim Schlafen zwischen die Zähne gelegt. Beim Einschlafen habe ich meine Zunge förmlich zerquetscht und bin natürlich sofort aufgewacht.
    Meint Ihr ich kann einfach einen Mundschutz fürs Boxen tragen? Oder verformt dieser meine Zahnreihen, sodass ich iwann eine Zahnspange wieder trage :D

    • Christine
      Erstellt am 6. Oktober 2016 um 15:36 | Permanent-Link

      Hallo Bruce,

      danke für deinen Kommentar. Du hast ja in deinen Träumen prophetische Kräfte :-)
      Ein Mundschutz ist sicher eine günstige “1. Hilfe” (siehe auch meinen Artikel über einen günstigen Mundschutz).
      Und nein: Der Mundschutz verformt nicht deine Zähne. Dein Zähnepressen oder -knirschen tut es.
      Und wenn du hier aufmerksam gelesen hast, weißt du auch, dass der Mundschutz vielleicht deinen durch Pressen erzeugten Druck etwas verteilt.
      Gegen dein Knirschen hilft der Mundschutz oder eine Aufbissschiene nicht.
      Dazu musst du etwas gegen die Ursache des Knirschens unternehmen. Die Ursache sind (neben Zahn/Kieferfehlstellungen) unbewusst unterdrückte Emotionen.
      Diesen unterbewussten Druck (unterdrückte Wut/Aggresseion/Traurigkeit/Stress…) lässt dein Körper nachts (wenn du dich nicht wehren kannst) wieder ab.
      Eigentlich gut. Geht nur auf die Zähne. Daher ist es wichtig die persönlichen Ursachen zu finden.
      Schlechte Nachricht: An sich selbst zu arbeiten ist so ziemlich das Schwierigste, was man machen kann.

      Ich empfehle dir meinen Crashkurs anzuschauen und natürlich als “weiterführende” Literatur: Mein Buch :-)

  15. Yvonne
    Erstellt am 8. November 2016 um 12:01 | Permanent-Link

    Hallo Christine,

    auch ich knirsche bereits seit mehreren Jahren mit den Zähnen. Am Anfang habe ich mich nicht sonderlich damit beschäftigt. Da war es auch noch nicht so schlimm. Aus ästhetischen Gründen habe ich mir dann eine Knirsch-Schiene anfertigen lassen. Scheidezähne wie ein Raubtier zu haben ist nun mal nicht schön. Ich dachte, dass es dadurch besser wird. Heute knirsche ich seit ungefähr 4-5 Jahren.

    Hinzu kommt, dass ich seit mehreren Jahren Rückenschmerzen im LWS-Bereich sowie im Nacken-und Schulterbereich habe, die kontinuierlich immer schlimmer werden. (Vermutlich durch zu wenig Bewegung , fehlende Muskulatur oder weil ich eine leichte Skoliose habe)

    Außerdem bin ich wie oben beschrieben, eine Person, die viele Sachen “herunterschluckt”, und sich den ganzen Tag den Kopf über Dinge “zermartert”, die sie nicht ändern kann.

    Wie ich bereits beobachten konnte, knirsche ich tagsüber, wenn ich viel Nachdenke und somit negative Gedanken in mir habe.

    Nachts mag es auch mit den Gedanken zusammenhängen, ich habe aber auch den Eindruck, dass es mit dem Knirschen schlimmer wird, wenn die Rückenschmerzen sich verschlimmern.

    Ein großes Dilemma!

    Wie siehst du meine Situation?

    Können die Rückenschmerzen im LWS-Bereich auch zum Knirschen beitragen oder sind meine Denkorgien daran schuld?

    Für eine Rückmeldung wäre ich dir dankbar!

    Viele Grüße,

    Yvonne

    • Christine
      Erstellt am 9. November 2016 um 13:28 | Permanent-Link

      Hallo Yvonne,

      vielen Dank für deinen Kommentar und den Einblick in deine persönliche Situation.
      Das hört sich alles nach einem ziemlichen Kuddelmuddel an.
      Du siehst schon ganz richtig die zwei möglichen Ursachen für dein Knirschen:
      – Rücken-/Schulter-Nachekschmerzen, Skoliose
      – “Denkorgien”

      Jetzt beeinflussen möglicherweise die Rückenschmerzen das Knirschen und die Denkorgien auch und die Schmerzen verursachen ebenfalls das Grübeln, etc…

      Ich sehe es ganz pragmatisch: Wo kannst du selbst Einfluss nehmen?
      Natürlich kannst du (und solltest du) die organischen Ursachen deiner Rückenschmerzen abklären. Ich denke, das hast du bereits gemacht oder machst du auf jeden Fall. Hierbei kann ich dir auch keine medizinische Beratung geben.

      Das “Zermatern” und “Herunterschlucken” (du hast das schon gut beschrieben) kannst du selbst direkt angehen.
      Wenn du dich aus deinen Denkorgien befreist, wird sicherlich nicht nur dein Knirschen besser. Sondern du fühlst dich auch generell besser.

      Leider ist die Veränderung bei sich selbst eins der schwierigsten Dinge. Aber ich bin mir sicher, dass du das hinbekommst.
      Du hast ja schon angefangen. Erkenntnis ist der erste Schritt zur Besserung ;-)
      Als nächstes solltest du konkreter die Ursachen deiner Denkorgien ermitteln (bestimmte Personen, Situationen, …).
      Sobald du weißt, was dich so zermatert, findest du auch einen Weg es nicht “herunterzuschlucken”, sondern aus dem Weg zu schaffen.

      Ich kann dir für ein paar konkrete Hilfsschritte und Unterstützung natürlich auch mein Buch empfehlen ;-)

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