Bruxismus Ursachen

Bruxismus Ursachen (© Maria Vaorin / photocase.com)

Wie kann man gegen etwas vorgehen, dessen Ursachen man nicht kennt?
Gar nicht.

Daher liste ich mal die mir bekannten Ursachen des Bruxismus auf. Nur wenn man die Ursachen kennt, kann man etwas Grundsätzliches gegen das Zähneknirschen tun.
Mit einer Aufbissschiene tust du zwar etwas gegen Schäden an den Zähnen. Die Ursache der Schäden, das Zähneknirschen, hast du mit der Schiene aber nicht behandelt.
Um nun das Zähneknirschen zu behandeln, musst du dessen Ursachen kennen.

Die Ursachen lassen sich grob in zwei Kategorien einteilen:

  • organische Ursachen
  • nicht-organische, “psychische” Ursachen

Organische Ursachen

Es gibt die geringe Wahrscheinlichkeit, dass das Knirschen im steinzeitlichen Ursprung begründet liegt.
D.h. der Körper versucht Zahn- oder Kieferfehlstellungen “wegzuschleifen”.

Fehlstellungen sollte ein Zahnarzt oder ein Kieferorthopäde diagnostizieren. Wenn ein Zahnarzt feststellt, dass du knirschst, wird er direkt diese organische Ursache untersuchen.

Schließt der Arzt Fehlstellungen aus, bleiben als Ursache nur noch die

Psychische Ursachen

Die psychischen Ursachen sind mannigfaltig und schwer zu ergründen. Daher werden diese Ursachen von einem Zahnarzt nicht diagnostiziert.

Hier bist Du selbst gefragt!

Wie entsteht das nächtliche Zähneknirschen?

Das Unterbewusstsein verarbeitet nachts negative Erfahrungen des Tages auf seine Art und Weise. So werden bei den Knirschern diese Tages-Erfahrungen nachts herausgeknirscht.

Welche Erfahrungen sind das?

Auch das kann individuell abweichen. Grundsätzlich handelt es sich meistens um negative Emotionen, die tagsüber “heruntergeschluckt” werden.
Z.B. Stress der nicht bewusst verarbeitet wird, Wut die verdrängt wird, Aggressionen die ignoriert werden.
Jeder von uns erlebt tagtäglich Situationen in denen er sich ärgert oder unter Druck gesetzt fühlt.

Der charakteristische Zähneknirscher unterdrückt diese Negativ-Erlebnisse. Häufig geschieht schon das Unterdrücken ganz unbewusst. Typischerweise erklärt der Knirscher:

“Nein, ich bin nicht gestresst! Ich kann damit prima umgehen!”

oder

“Es macht mir nichts aus, wenn ich ignoriert/runtergeputzt/ausgeschlossen werde!”

Ja, Knirscher! Du tust so als würde es Dir nichts ausmachen. Tief im Innern aber arbeitet dein Unterbewusstes schon an der Verarbeitung. Nachts, wenn alle Großhirne schlafen, werden diese Erfahrungen zermalmt!

Das sind die Hauptursachen für den Bruxismus. Und jeder der mit den Zähnen knirscht sollte sich daraufhin beobachten und überprüfen.

Wie sieht es bei Dir aus? Hast Du das beschriebene Verhalten bei Dir festgestellt?
Oder bist du eigentlich ganz anders?
Schreib mir einfach einen Kommentar.

Danke und © für das schöne Foto an: Maria Vaorin .

4 Kommentare

  1. Sarah
    Erstellt am 7. Dezember 2011 um 22:33 | Permanent-Link

    Guten Abend,

    ich knirsche so sehr mit den Zähnen, dass ich regelmäßig durch geknirschte Schienen habe.
    Ich habe Ihre Website entdeckt und schon viel gelesen.
    Was ich noch nicht entdeckt habe ist, was Ihnen wirklich geholfen hat?

    Welche Entspannungsübungen können z.B. helfen?

    Vielen Dank für Ihre Hilfe,

    Sarah

    • Christine
      Erstellt am 7. Dezember 2011 um 23:09 | Permanent-Link

      Hallo Sarah,

      danke für deinen Kommentar. Ich gebe zu, ich habe bis jetzt nur einen Bruchteil dessen geschrieben, den ich hier gerne veröffentlichen würde.
      Die Tipps sind natürlich auch weitflächig verteilt. Das hat wohl ein Blog so an sich … es ist einfach ein wenig unstrukturiert.
      Aktuell konzentriere ich mich darauf meine Anleitung in einem eBook zusammen zu fassen. Dort steht dann wirklich eine Schritt-für-Schritt-Anleitung.
      Das dauert noch ein bisschen.
      Bis dahin hilft es dir vielleicht, dass mir am meisten das Erkennen der Ursachen geholfen hat. Die Ursachen stehen in diesem Artikel.
      Ein großer Teil der “Arbeit” war tatsächlich für mich selbst herauszufinden wo ich wann und warum Ärger/Stress/Wut/Aggressionen herunterschlucke.
      Welche Personen und welche Situationen beteiligt sind? Dies war insbesondere deshalb so schwierig, weil ich schon perfekt “verdrängt” habe und selbst geglaubt habe es würde mir alles nicht ausmachen.
      Diese Selbstbeobachtung hat mich bereits ein großes Stück weiter gebracht.

      Danke für’s Lesen und viel Erfolg beim “Selbstbeobachten”. Übrigens gibt es über den Newsletter noch weitere Infos (und du verpasst keinen meiner neuen – sehr unregelmäßig erscheinenden – Artikel :-D ). Einfach rechts ==>
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  2. Bünyamin
    Erstellt am 19. Dezember 2011 um 21:05 | Permanent-Link

    Hallo,

    knirsche immer wieder im Laufe des Tages – natürlich unbewusst.
    Immer wenn ich es bemerke höre ich auf.
    Manchmal schmerzt es sogar an der Kiefer vor lauter knirschen.
    Hin und wieder knirsche ich auch im Schlaf.

    Würde gerne wissen, wie man dagegen vorgehen könnte.
    Klar, stress vermeiden, aber funktioniert leider nicht immer.

    Werde hier öfter vorbeischauen und mitlesen.

    LG
    Bünyamin

    • Christine
      Erstellt am 19. Dezember 2011 um 22:17 | Permanent-Link

      Hallo Bünyamin,

      vielen Dank für deinen Kommentar. Öfter vorbeischauen und mitlesen ist gut :-)
      Du kannst dich auch ganz bequem, gratis und unverbindlich in meine Mailingliste eintragen (in der rechten Spalte ist das Registrierungsformular).

      Als ersten Schritt würde ich dir empfehlen genauer zu prüfen, wann du tagsüber knirschst. Z.B. indem du dich stündlich erinnerst (mit dem Handy oder einem Wecker) und dann ganz bewusst prüfst ob du geknirscht hast, wie deine Körperhaltung/Nackenanspannung/… ist und ob du dich in der letzten Stunde Druck, Wut oder Stress in dich “hineingefressen” hast.
      “Stress vermeiden” ist natürlich optimal, aber das wäre zu schön um wahr zu sein. UND nicht jeder der Stress hat, knirscht mit den Zähnen.
      Wir Knirscher gehen mit dem Stress nur falsch um, wir schlucken ihn runter, anstatt ihn bewusst zu verarbeiten. Meistens wissen wir nicht mal was genau uns Stress macht. Mit der oben beschriebenen “Beobachtung” findest du dies aber heraus.

      Gute Besserung
      Deine Christine

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