Entspann Dich! Zähneknirschen im Kindesalter verhindern

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Was ist Bruxismus?

Bruxismus bedeutet Zähneknirschen, das ohne einen funktionalen Zweck abläuft. Meist passiert das nachts, da dann das Bewusstsein ausgeschaltet ist. Das Knirschen selbst wird vom Betroffenen meist nicht bemerkt, erst wenn Verspannungen, Schmerzen im Kiefer oder Abnutzungserscheinungen der Zähne auftreten. Dann entsteht der Verdacht, dass es sich um Bruxismus handeln könnte.

Welche Ursachen und Symptome hat Bruxismus bei Kindern?

Bei Kindern kommen als Ursache oft innere Spannungszustände und Ängste in Frage. Auch Stress, das Gefühl der Überforderung und Unwohlsein können die Entstehung des Bruxismus begünstigen. In den wenigsten Fällen sind organische Ursachen zu finden.

Kinder, die mit den Zähnen knirschen, haben oft ein auffälliges Verhalten. Sie zeigen Rückzugstendenzen, einen ausgeprägten Trotz, flüchten sich in Gedanken oder zeigen oft ein unangepasstes Verhalten. Wenn Kinder ein geringes Selbstwertgefühl besitzen, neigen sie öfter als andere zum Zähneknirschen. Kinder, die an Bruxismus leiden, zeigen oft auch andere psychische Auffälligkeiten, wie ausgeprägte Ängste oder Zwanghaftes Verhalten. Schnelle Gedankensprünge und Worte ohne einen Zusammenhang können auf ein solches Verhalten hindeuten. Ein angespannt wirkendes Kind, aber auch ein sehr angepasstes Verhalten kann ebenfalls auf Bruxismus hindeuten.

Wo bekommen Kinder und deren Eltern Hilfe?

Hat ein Zahnarzt die Diagnose Bruxismus anhand der Zahnschäden diagnostiziert, müssen zunächst körperliche Ursachen ausgeschlossen werden. Hierfür bietet sich ein weiterführendes Beratungsgespräch an, Termine und zusätzliche Informationen dazu findest du z.B. für Berliner auf der Internetseite von Dr. Seidel.
Nach der Diagnose durch den Zahnarzt bietet sich eine psychologische Beratung der Eltern an und im Zuge dessen die Ursachenforschung als erste Maßnahme zur Lösungsfindung. Psychologische Ambulanzen oder auch Institute bilden eine erste Anlaufstelle. Der Zahnarzt hilft nur symptomatisch, indem eine Kunststoffschiene angepasst wird.
Kinderpsychiater oder Psychologen können ebenfalls bei der Ursachenfindung helfen und den psychischen Zustand des Kindes einschätzen und stabilisieren.

Wie wird der kindliche Bruxismus behandelt?

Besteht eine körperliche Ursache, wie Zahnfehlstellungen oder andere Erkrankungen des Halteapparates, sollte diese von einem Kieferorthopäden behandelt werden. Hier kann eine Zahnspange spätere Komplikationen stark abmildern oder gänzlich abwenden.

In manchen Fällen sind psychische Ursachen zu finden. Eine Psychotherapie des betroffenen Kindes und eventuell der Eltern ist eine Möglichkeit. Um dem Kind eine Unterstützung zu bieten, sind verständnisvolle Gespräche und ein liebevoller Umgang hilfreich.
Zeigt das Kind ausgeprägte Ängste oder Zwangsverhalten, ist ebenfalls eine psychologische Betreuung sinnvoll.
Um das Knirschen zu mildern sind Entspannungsübungen gut geeignet. Kleine Kinder können beispielsweise mit Phantasiereisen gut entspannen. Größere Kinder können Entspannungstechniken, wie die Progressive Muskelentspannung oder Autogenes Training lernen. Außerdem sollten sie lernen ein geeignetes Ventil für ihre überbordenden Gefühle zu finden (z.B. Sport).
Ist das Kind mit einem übervollen Terminkalender überfordert ist es sinnvoll, wichtige Termine von den unwichtigen zu trennen und das Kind gezielt zu entlasten. Da muss sich jeder als Elternteil mal selbst an die eigene Nase fassen und überlegen, was dem eigenen Kind wirklich zugemutet werden kann.
Kinder sollten Kinder sein, und nicht wie Erwachsene schon mit Freizeitstress unter Druck gesetzt werden!

Im Schlaf verarbeiten Kinder das am Tag erlebte und so muss dein Kind nicht gleich ein Knirscher sein, wenn du die mahlenden Geräusche der Zähne hörst. Vielleicht war es nur ein besonderer Tag den das Kind im Schlaf aufarbeitet. Eine weitere natürliche Ursache kann Zahnwachstum sein und das natürliche Zurechtschleifen der Zähne. Spätestens nach dem dritten Lebensjahr und bei länger andauerndem Knirschen solltest du bei Pressgeräuschen jedoch “hellhörig” werden und diese weiterhin beobachten.

Hast du Kinder? Leiden deine Kinder bereits unter Knirschen? Schreibe doch einfach deine Erfahrungen in einen Kommentar:

2 Kommentare

  1. Claudia Hemesath
    Erstellt am 11. Januar 2016 um 20:15 | Permanent-Link

    Ich bin etwas erschrocken, weil unsere Tochter schon mit 11 Jahren an Bruxismus leidet. Das so Angst das Sie später auch soviel Probleme mit den Zähnen bekommt, wie Ich selber. Das wollte Ich eigentlich verhindern. Aber nicht einmal mein Arztwechsel hat etwas gebracht. Das Schlimme ist, ich habe schon den Zahnarzt vor Jahren genervt ob Sie nicht eine Aufbeißschiene braucht, aber es hieß immer Sie knirscht sich den platzt für die bleibenden Zähne. Ich finde die Ärzte sollten mehr auf die Sorgen und Ängste der Mütter hören und Ernst nehmen.

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